Absturzsicherung
Sicherheit bei Arbeiten auf Dächern
Die Prävention in der Absturzsicherung bei Arbeiten auf Flachdächern und Steildächern ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes. Sie dient dazu, Unfälle und Verletzungen zu vermeiden und gleichzeitig die Sicherheit von Beschäftigten zu gewährleisten, die sich in Absturzgefährdung begeben.

Sicherheitsvorkehrungen und rechtliche Anforderungen
Gesetzliche Grundlagen
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): Verpflichtet Arbeitgeber, Gefährdungen zu minimieren.
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften (DGUV): Spezifische Regeln wie DGUV Regel 101-016 (Dacharbeiten) und DGUV Vorschrift 38.
Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS): Vorgaben für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA).
Gefährdungsbeurteilung
Vor Beginn von Arbeiten ist eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, um potenzielle Risiken zu identifizieren:
- Absturzhöhen (ab 2 m besondere Maßnahmen erforderlich).
- Zustand und Tragfähigkeit des Daches.
- Witterungsbedingungen (Wind, Regen, Glätte).
- Art der Arbeiten und verwendeten Werkzeuge.
Schutzmaßnahmen bei Flachdächern
Kollektive Schutzmaßnahmen:
Geländer: Permanente oder temporäre Absturzsicherungen entlang der Dachkanten.
Seitenschutzsysteme: Klapp- oder Steckgeländer.
Netze: Auffangnetze unterhalb gefährdeter Bereiche.
Individuelle Schutzmaßnahmen:
- Verwendung von PSAgA wie Auffanggurten, Verbindungsmitteln und Falldämpfern.
- Anschlageinrichtungen auf dem Dach, z. B. Einzelanschlagpunkte oder Seilsysteme.
Schutzmaßnahmen bei Steildächern
Kollektive Schutzmaßnahmen:
Dachfanggerüste: Fanggerüste entlang der Dachkanten.
Netze: Sicherheitsnetze, die unterhalb der Arbeitsbereiche gespannt werden.
Arbeitsplattformen: Gesicherte Gerüstkonstruktionen für Arbeiten auf Neigungen.
Individuelle Schutzmaßnahmen:
- PSAgA: Insbesondere bei Dachneigungen über 20° vorgeschrieben.
- Anschlageinrichtungen: Feste Anschlagpunkte oder mobile Seilsysteme.
- Trittsichere Leitern und Laufwege.
Schulung und Unterweisung
Pflichtschulungen: Regelmäßige Unterweisungen im Umgang mit Absturzsicherungssystemen.
Praktische Übungen: Sicherer Umgang mit PSAgA und Notfallmaßnahmen.
Dokumentation: Alle Schulungen und Unterweisungen sind zu dokumentieren.
Wartung und Überprüfung
Regelmäßige Inspektionen: Überprüfung der Sicherheitsausrüstung und der festen Installationen.
Dokumentation: Protokollierung aller Wartungsmaßnahmen.
Austausch: Erneuerung von beschädigter oder veralteter Ausrüstung.


Besondere Herausforderungen bei Witterung
- Arbeiten bei schlechten Wetterbedingungen (z. B. Regen, Eis oder starkem Wind) sollten vermieden werden.
- Zusätzliche Maßnahmen wie rutschhemmende Schuhe und spezielle Sicherungen.
Notfallmanagement
- Bereitstellung eines Rettungsplans für Absturzsituationen.
- Vorhandensein von Erste-Hilfe-Ausrüstung und geschultem Personal.
Durch die Kombination aus präventiven Maßnahmen, Schulung und technischer Ausstattung kann das Risiko von Abstürzen auf Flach- und Steildächern erheblich reduziert werden.










